Ansehen und Erbe

Kotuljska slatina am kaiserlichen Hof

Das Mineralwasser aus dem Rimski vrelec galt als eines der besten Tafelwasser Kärntens und überschritt bald die lokalen Grenzen. Es wurde in Klagenfurt, Völkermarkt, Ferlach, Graz, Ljubljana, Kranj, Logatec und anderswo verkauft und auch in Restaurants in Wien serviert. Aufgrund seiner heilenden Eigenschaften wurde es am Kaiserhof von Franz Joseph geschätzt und sogar nach Südamerika exportiert. Das Mineralwasser wurde in Halbliterflaschen abgefüllt und in Kisten mit 25, 50 oder 70 Flaschen verschickt, meist per Bahn ab dem Bahnhof Prevalje. Der Preis einer Flasche betrug 18 Kreuzer.

Werbung für das Mineralwasser des Rimski vrelec, veröffentlicht in der Klagenfurter Zeitung im Juni 1880.
Werbung für den Verkauf des Mineralwassers und für den Rimski vrelec in Dillingers Reiseführer, April 1903.

Ende des 19. Jahrhunderts stieg der Verkauf von Mineralwasser in Kärnten stark an. Im Jahr 1896 wurden mehr als 600.000 Flaschen vertrieben, im Jahr darauf noch mehr. Der Rimski vrelec lieferte etwa 80.000 Flaschen, die Quelle Preblau im Lavanttal dagegen mehr als 450.000. Bis 1899 steigerte der Rimski vrelec seine Produktion auf 92.000 Flaschen, was etwa 46.000 Liter Wasser pro Jahr entspricht. Von ihrer Beliebtheit zeugen auch Kundenbriefe: Ärzte empfahlen sie bei Atemwegs- und Verdauungserkrankungen, ein Bergarbeiter aus Leše berichtete von vollständiger Genesung, und ein russischer Hofrat bezeichnete sie als das beste natürliche Mineralwasser und bestellte eine Lieferung als Eilgut. So wurde das Wasser zu einem bekannten Produkt, das den Ruf des Rimski vrelec weit über die Grenzen des Mežica-Tals hinaustrug.

Rechnung für verkaufte Kotuljska slatina, ausgestellt im September 1894, unterzeichnet von Ernst Osiander; Landesarchiv Klagenfurt.
Versandschein einer Mineralwasserlieferung, Juni 1894, unterzeichnet von Schütz; Landesarchiv Klagenfurt.
Versandschein einer Mineralwasserlieferung über den Bahnhof Prevalje, Mai 1902; Landesarchiv Klagenfurt.